Die Osteopathie behandelt Funktionsstörungen. Und meist tritt eine Erkrankung
erst dann auf,
wenn schon drei bis vier Probleme vorliegen, die der Körper aber bisher
zu kompensieren vermochte. Kommt noch ein weiteres Problem hinzu, ist
der Organismus überfordert und als Folge treten Beschwerden auf.
So kann es sein, dass ein Osteopath Ihre Nackenverspannungen eher auf
der Vorderseite Ihres Körpers behandelt, weil er herausgefunden hat, dass
die Spannung der Brustmuskeln die Schultern ständig nach vorne zieht.
Die Nackenmuskulatur ist deshalb verspannt, weil sie die Schultern immer
krampfhaft hinten halten muss.
...Und Sie haben sich jahrelang gewundert, warum eine Nacken- und Schulterbehandlung
nur kurz-
fristige Erleichterung, aber keine wirkliche Änderung der Nackenverspannungen
gebracht hat.
Wenn Ihre Nackenverspannungen besser sind, wird der Osteopath die Ursache
für die nach vorne eingefallenen Schultern suchen. Vielleicht haben Sie
in der Eingangsuntersuchung Sodbrennen und häufiges Aufstossen erwähnt.
Also kann die Ursache für diese Fehlhaltung kann z.B. darin liegen, dass
Ihr Magen ein Problem hat und über die Speiseröhre (die vom Magen bis
zur Halswirbelsäule verläuft) ständig Zug auf die Hals- und Schulterregion
ausübt.
Durch eine Behandlung des Magens schafft der Osteopath
die Möglichkeit, dass der Magen und die Speiseröhre wieder gleiten und
Sie sich wieder aufrichten können.
Dieses Beispiel ist natürlich stark vereinfacht. Aber so haben Sie einen
kleinen Eindruck davon,
wie eine osteopathische Therapie verlaufen kann.


|