. .

Osteopathie

Osteopathie Behandlung Faszien Tennisarm

Osteon (griech.): Knochen
Pathos
(griech.): die Fähigkeit, Emo- tionen, Gefühle, Leidenschaft zu erregen

Die Osteopathie nach Typaldos ist eine Methode, bei der mit den Händen und teilweise mit kleinen Hilfmitteln, wie beispielsweise Schröpfköpfen, behandelt wird. Unter Berücksichtigung der Geschichte, Entwicklung und momentanen Lebenssituation eines Menschen, werden Beschwerden erfragt und anhand der Aussagen und Gesten der Patienten, sowie Testungen von Bewegungsabläufen beurteilt und mit manuellen Techniken behandelt.

 

 

Was ist das Besondere an der Osteopathie nach Typaldos?

Geschichte der Osteopathie nach Typaldos

Was die Osteopathie nach Typaldos behandeln kann

Osteopathie nach Typaldos in Deutschland

Die Grundprinzipien der Osteopathie Typaldos

 

Was ist das Besondere an der Osteopathie nach Typaldos ?

Osteopathie Behandlung Faszien Tennisarm

Patienten benötigen zur adäquaten Behandlung ihrer Beschwerden, dass ihren Aussagen und Beschreibungen wirklich Aufmerksamkeit geschenkt wird. In der Osteopathie nach Typaldos resultieren daraus anschliessend spezifische manuelle Handgriffe oder andere Interventionen.

Die Osteopathie nach Typaldos bietet vielen Menschen eine Alternative zur herkömmlichen medizinischen Praxis: Durch die Berührung mit den Händen, die gründliche Analyse der Beschwerden (Lokalisation, Auftreten und Qualität) und die genauen Terminabsprachen (ohne lange Wartezeiten), schafft die Osteopathie nach Typaldos die Möglichkeit, eine spezifische und individuelle Behandlung der Beschwerden in die Wege zu leiten.

Diese Bedingungen ermöglichen eine engere Bindung zwischen Behandler und Behandelten- ein solches vertrauensvolles Verhältnis ist eine Basis, um den Gesundungsprozess eines Menschen zu erreichen.

 

Osteopathie Fischer Abschnittsende

Geschichte der Osteopathie

Fasziendistorsionsmodell Osteopathie Behandlung bei Nackenverspannung

Die Grundlage für die Arbeit der Osteopathie Fasziendistorsionsmodel nach Typaldos legte der US- Amerikaner Dr. Stephen Typaldos vor etwa 21 Jahren. Aufgrund einiger erfolgloser Behandlungen bei Nackenbeschwerden folgte er 1991 den Anweisungen einer Patientin, indem er eine Linie zwischen den Schulterblättern bis zum Kopf abfuhr. So entdeckte er die Möglichkeit, durch die Aussagen der Patienten, der Beschwerdegestik, einfache Bewegungstest und mögliche auslösende Mechanismen eine spezifische Behandlung zu entwickeln.

Dr. Typaldos erweiterte seine Beobachtungen und manuellen Handgriffe und veröffentlichte 1994 und 1995 im Journal der „American Academy of Osteopathy“ (ASO) erste Artikel zu seinen Diagnostik- und Behandlungsansätzen und integrierte diese in die Osteopathie.

Was die Osteopathie behandeln kann

Osteopathie Behandlung durch Heilpraktiker Brustschmerzen

Die Osteopathie FDM nach Typaldos ist eine spezifische Behandlungsform und Schmerztherapie von akuten und chronischen Leiden von vielen Problemen des Bewegungsapparates wie Schiefhals, Kreuzschmerzen, Rückenschmerzen, Sportverletzungen, Nackenverspannungen, Schultersteife, Fersensporn, Tennisarm, Golferellenbogen, Schleudertrauma, bestimmten Operationsfolgen, Karpaltunnelsyndrom/Karpaltunnelähnlichem Syndrom und anderen Beschwerden.

Mögliche Indikationen für eine Osteopathie- Behandlung nach Typaldos stellen aus Sicht der Orthopathischen Medizin nicht nur Schmerzzustände dar, sondern auch bizarr anmutende Beschwerdebilder wie nur nächtlich auftretende Beschwerden, Ameisenlaufen, Kribbeln, Überempfindlichkeit, Schwellungsgefühl oder ständig wechselnde Beschwerden, Einschlafen der Hände, chronisch kalte Füsse, Atemprobleme, Kopfschmerzen oder Kiefergelenksschmerzen.

Akute Infektionen, Tumorerkrankungen, schwere Unfallfolgen und massive psychische oder metabolische Erkrankungen können im Einzelfall begleitend und ausschliesslich in Absprache mit dem behandelnden Mediziner der jeweiligen konventionellen Therapie osteopathisch nach Typaldos behandelt werden.

Osteopathie in Deutschland

In Deutschland hat die Osteopathie nach Typaldos Anfang dieses Jahrhunderts Fuß gefasst. Ein Schüler von Dr. Stephen Typaldos, der Wiener Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. Georg Harrer hat in Europa die ersten Kurse an der Osteopathieschule Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft für Interdisziplinäre Medizin (AIM) unterrichtet.

Die europäische FDM Association (EFDMA) hat ein einheitliches Curriculum erarbeitet, welches einheitliche Ausbildungsstandards für die Typaldos- Methode schaffen soll.

Die Osteopathie zählt zur Heilkunde, und diese dürfen nach deutschem Recht nur Ärzte und Heilpraktiker ausüben – Physiotherapeuten dürfen auf deren Verordnung osteopathisch arbeiten.

 

Osteopathie Fasziendistorsionsmodell Behandlung von Oberarmschmerzen

Die Grundprinzipien der Osteopathie

Dr. Stephen Typaldos war ein us- amerikanischer Osteopath, der im Laufe seiner Arbeit als Osteopath und Notfallmediziner eine neuartige Form der Diagnose und behandlung entdeckte.

Im Folgenden werden die Grundprinzipien der ursprünglichen Osteopathie nach Dr. Andrew Taylor Still beschrieben, die aber von den Prinzipien der Osteopathie FDM nach Typaldos abweichen.

Die Osteopathie nach Andrew Taylor Still hat die Aktivierung der "Apotheke Gottes", der Selbstheilungskräfte, im MIttelpunkt. Im Gegensatz dazu, glaubt die Osteopathie FDM nach Typaldos nicht an übergeordnete Kräfte, sondern an die Lösung im Menschen selbst.

Jeder Therapeut hat in der Osteopathie nach A.T. Still seine eigene Herangehens- und Behandlungsweise, doch die im folgenden genannten Prinzipien haben sich nach der Begründung der Osteopathie durch A.T. Still entwickelt und bilden heutzutage die Grundlage einer osteopathischen Behandlung nach Still. Fälschlicherweise wird in vielen osteopathischen Publikationen und auf Internetseiten von Osteopathen stets behauptet, die Prinzipien seien von A.T. Still selbst verfasst worden- dies ist aber nicht korrekt.
Egal, wie lange die Ausbildung eines osteopathisch tätigen Therapeuten gedauert hat, und gleichgültig, ob er oder sie sehr strukturell oder nur energetisch arbeitet: Diese Prinzipien sollten nach dem Verständnis der Osteopathie heutzutage alle TherapeutInnen verinnerlicht haben, die für sich in Anspruch nehmen wollen, osteopathisch zu behandeln.

 

1.   Wechselwirkung von Struktur und Funktion

Wenn bei einem Schrank die Türen nicht richtig ausgerichtet sind (Struktur), dann werden sie mit Sicherheit auch nicht so gut schliessen (Funktion). Oder umgekehrt: Wenn die Türen nicht gut schliessen, ist davon auszugehen, dass mit der Struktur etwas nicht in Ordnung ist.

Der Biologe und Zellforscher Dr. Donald Ingber von der Universität Harvard hat in seinen Forschungen die Wechselwirkung zwischen dem Gerüst der Zelle und ihren Funktionen herausgearbeitet: Verändert sich die Struktur einer Zelle, hat dies einen Einfluss auf ihre Funktion. Genauso ist es umgekehrt: Wenn sich etwas in der Funktionsweise der Zelle ändert, wird auch ihre Struktur davon beeinflusst.

Anschaulich zeigt sich dieses der Osteopathie zugrunde liegende Prinzip in der Behandlung der Verdauungsorgane: Da die Organe durch den Druck beim Ein- und Ausatmen stets hin und hergleiten, beansprucht die Osteopathie, durch eine Verbesserung der Gleitfähigkeit der Organe auch ihre Funktion zu verbessern.

2.   Selbstheilungskräfte

Unser Organismus ist permanent verschiedensten Einflüssen ausgesetzt. Grundsätzlich glaubt die Osteopathie an das Vorhandensein von Selbstheilungskräften, die es dem Organismus ermöglichen, diese Faktoren zu kompensieren. Wenn Schmerz oder Krankheit auftreten, bedeutet das im Sinne der Osteopathie, dass diese Kompensationsmechanismen möglicherweise überfordert sind.

Die Osteopathie nimmt nicht für sich in Anspruch, selber zu heilen, sondern durch die Intervention des Therapeuten mit seinen Händen dem Organismus dabei zu helfen, seine ursprüngliche Kompensationsfähigkeit wieder zu erlangen und darüber hinaus die Auswirkungen schädlicher Einflüsse zu beheben. Der schon von Hippokrates getätigte Ausspruch Medicus curat, natura sanat. "Der Arzt behandelt, die Natur heilt", gilt so immernoch in der Osteopathie.

Es ist an diesem Prinzip ersichtlich, dass die Osteopathie an ein Vorhandensein übergeordneter Kräfte glaubt. Nach A.T. Still, dem Begründer der Osteopathie, "bedient" sich der osteopathisch handelnde und denkende Therapeut aus der "Apotheke Gottes" (Synonym für Selbstheilungskräfte). Dies ist einer der entscheidenden kritisch zu sehenden Punkte in der Osteopathie, dass an das Nutzen übergeordneter Kräfte geglaubt wird. Es kann den einzelnen Patienten entmündigen und dazu verleiten die Position des Behandlers gegenüber dem Patienten zu erhöhen.


3.   Der Körper als Einheit

Der Organismus wird in der Osteopathie als Einheit gesehen und soll möglichst auch so behandelt werden. In diesem Punkt ist kritisch anzumerken, dass dabei auch immer wieder der Begriff "ganzheitlich" fällt, der auch innerhalb der Osteopathieszene in Deutschand diskutiert wird. Fragwürdig erscheint, ob ein Therapeut überhaupt dazu in der Lage und ob es notwendig ist, alles in Beziehung zu setzen. Oder ob es nicht sinnvoller ist, sich nur auf die wichtigsten Informationen zur richtigen Therapiefindung zu stützen.

 

 

  4.   Das Gesetz der Arterie (Leben ist Bewegung)

Eine freie ungehinderte Fortleitung aller Körperflüssigkeiten und -impulse bedeutet für die Osteopathie Ernährung und somit Leben. Kommt es beispielsweise dazu, dass aufgrund von Spannungen oder Verdrehungen einzelne Bereiche unterversorgt werden, bzw. nur noch ein mangelhafter Abtransport von Stoffwechsel-Endprodukten im Körper gewährleistet wird, kann es an den entsprechenden Stellen, nach dem Verständnis der Osteopathie, zum Auftreten von Krankheiten kommen. Hypermobilität oder Bewegungseinschränkung als eventueller sinnvoller Schutz werden in der Osteopathie nur wenig diskutiert.

In der osteopathischen Behandlung wird unter anderem angestrebt, es dem Organismus zu ermöglichen, jetzt und zukünftig innerhalb eines bestimmten Referenzbereiches des dynamischen Gleichgewichtes zu bleiben, damit in allen Bereichen wieder gleichmässig ver- und entsorgt wird. 

Die Osteopathie versteht somit Gesundheit nicht als einen zu erreichenden Endzustand, sondern als ein dynamisches Gleichgewicht, bzw. ein kontinuierliches Durchgangsstadium. Gesundheit ist in dem Sinne nichts, was wir festhalten können. Vermutlich befinden sich etwa 15 Prozent unseres Organismus stetig im Baustellen- oder Umbauzustand. Die Osteopathie will dem Körper dabei helfen, die Kraft zu haben, störende Einflüsse zu kompensieren und individuell zufriedenstellende Funktionalität zu erreichen.

Auch an diesem Punkt ist zu bedenken, dass die Vorstellung eines dynamischen Gleichgewichtes eine Arbeitshypothese darstellt. Vielleicht ist es für jemanden auch "gesund" wenn er komplett aus dem Gleichgewicht gerät. Wer will das beurteilen, ausser demjenigen selbst?

Dies ist ein wichtiger Punkt, da zur Zeit auf vielen Internetseiten von gesetzlichen Kassen, die osteopathische Leistungen teilweise übernehmen, immer von diesem besagten Gleichgewicht gesprochen wird.

 

5.   Der Patient, nicht die Krankheit

Im Mittelpunkt der osteopathischen Behandlung soll der Mensch stehen, der in die Praxis kommt, und nicht eine Erkrankung oder Stigmatisierung.
Die Osteopathie betreibt eine individuelle Diagnose- und Behandlungsfindung. Sie tut das unter Zuhilfenahme von experimentellen Wissenschaften und deren relevanten Forschungsergebnissen, stellt diese jedoch nicht in den Vordergrund der Behandlung. Nicht der Name oder die Diagnose der Krankheit ist wichtig, denn diese stellt meist keine handlungsorientierte Arbeitshypothese dar. Die Betrachtung der individuellen Beschwerden der zu Behandelnden mit all ihren Facetten ist für die Osteopathie zielführend. Die Patienten werden in der Praxis als Individuen mit einer ganz eigenen Entwicklung und einem jeweils spezifischen Umfeld gesehen.

„Nur so kann gewährleistet werden, dass der Mitmensch als Behandelter nicht zum Gefangenen in einer für endgültig gehaltenen klinischen Realitätskonstruktion des Behandlers wird.“
(Peter Sommerfeld)

Osteopathie Behandlung Wirbelsäule
Osteopathie-Fischer nach oben